Gerhard Peter Moosleitner: Meine unsterbliche Sexseele

Zweiter Teil: Adam und Eva, Sintflut und Turmbau zu Babel: In der Sexseele des Menschen ist das seit Äonen eingraviert

Die Wissenschaften, die sich mit dem Menschen beschäftigen, vermögen ihn bis heute mit ihren Mitteln nicht so zu beschreiben, daß er sich wiedererkennt. Die biblische Schöpfungsgeschichte wiederum ist im Zeitalter der Naturwissenschaft nicht mehr glaubwürdig. Oder doch? Muß man das Alte Testament am Ende nur auf eine neue Weise lesen?

4. Kapitel

Alles, was Sie schon immer über Adam und Eva wissen wollten (doch es gab ja niemand, den Sie fragen konnten)

Die Überschrift ist vielleicht ein bißchen flapsig, vor allem wegen ihrer Anlehnung an den Titel eines bekannten Werkes zur sexuellen Aufklärung. Doch auch mein Buch will sexuelle Aufklärung betreiben, freilich Aufklärung besonderer Art. Mir geht es nicht darum, auch noch die letzten Tabus zu brechen (gibt es überhaupt noch welche auf dem Gebiet der Sexualität?), sondern im Gegenteil zu begründen, warum die menschliche Geschlechtlichkeit doch komplizierter ist, als daß man sie bloß zu "befreien" bräuchte, um die Menschen, Männer wie Frauer, Jungen wie Mädchen, ganz automatisch zum Glück zu führen.

Als Beleg dafür möchte ich anführen: erstens alle Schöpfungsmythen, die uns von den verschiedensten Kulturen überliefert sind. Und zweitens unseren eigenen Schöpfungsmythos, die Geschichte von Adam und Eva im Paradies.

Kurz ein Wort zu Schöpfungsmythen im allgemeinen: Daß es sie überhaupt gibt, ist eine der größten Überraschungen schlechthin. Denn sie entstanden ja zu einer Zeit, als die Menschen noch nichts von einem Urknall wußten, noch nichts von einem Weltall. Als sie auf einer für sie flach erscheinenden Erde lebten, in einer Welt, in der alles Geschehen kreisläufig war: Man wird geboren, man zeugt Nachwuchs, man stirbt. Man sät, man erntet, man sät, man erntet. Es wird Frühling, es wird Sommer, es wird Herbst, es wird Winter und wieder Frühling. Die Sonne geht auf und wieder unter, sie wandert von Süden nach Norden und wieder von Norden nach Süden.

Das war die Erlebniswelt der Menschen, Frühmenschen, Urmenschen, Vormenschen über Jahrmillionen hinweg. Doch sobald sie die Sprache besaßen, benützten sie die Technik der mündlichen Überlieferung, um immer und immer wieder die gleiche Botschaft von Alt an Jung weiterzugeben: Wir sind nicht immer dagewesen, genauso wie die Welt nicht immer da war. Wir haben vielmehr eine Geschichte, und dies ist unsere Geschichte...

Fragt sich, woher sie das wußten und woher sie ihre Geschichten genommen haben. Das will ich anhand unseres eigenen, kulturspezifischen Schöpfungsmythos untersuchen, anhand der Geschichte von Adam und Eva im Paradies, erzählt im ersten Buch Mose, im Buche Genesis.

Nimmt man sie wörtlich, dann sind vor noch gar nicht langer Zeit - nach durchaus ernstgemeinten Berechnungen des irischen Erzbischofs James Ussher (1581-1656) soll es im Jahr 4004 vor Christus gewesen sein - zwei junge Menschen verschiedenen Geschlechts vollkommen nackt in einem eigens für sie angelegten Garten herumgesprungen, und das, ohne sich im geringsten zu genieren. Die bloße Vorstellung hat seit der Renaissance immer wieder Maler zu sinnenfrohen Gemälden angeregt. Zu Gemälden, die dem Betrachter suggerieren, daß im Paradies offenbar vor allem sexuelles Geschehen wichtig gewesen sein könnte. Ins gleiche Horn stieß vor rund fünfzig Jahren der englische Literat Noel Coward, als er in einer Eloge auf den Filmstar Marlene Dietrich reimte:

"When Eve said to Adam Stop calling me madam The world became far more exciting."

Frei übersetzt: Als Eva den Adam aufforderte, ihr gegenüber nicht mehr so förmlich zu sein, wurde die Welt plötzlich viel aufregender.

Wir sind beim Kernpunkt: Was geschah im Paradies wirklich? Obwohl die Bibel sagt, der berühmte "Sündenfall" hätte im Verspeisen des berühmten Apfels bestanden, wozu erst die Schlange Eva überredete, die dann den Adam dazu herumkriegte, sind sich im Einklang mit den Künstlern auch die meisten Durchschnittsmenschen (die mit dem "gesunden Menschenverstand" also) schon immer einig gewesen, daß es so nicht war, sondern daß die Versündigung Adams und Evas im Paradies eine sexuelle Verfehlung gewesen ist. (Hier verhält es sich nicht viel anders als mit der Geschichte vom kleinen Moses im Weidenkörbchen - wie schon Sigmund Freud feststellte, kann man glauben, daß die Tochter des Pharao mit dem Baby nichts zu tun hatte, sondern es rein zufällig aus dem Nil gerettet hat, man muß es aber nicht glauben.)

Spielte sexuelles Geschehen die entscheidende Rolle? Taten Adam und Eva etwas Unerlaubtes miteinander? Wenn ja, was könnte das gewesen sein? Sie waren Partner, füreinander bestimmt, sogar füreinander gemacht. Sie waren, wenn man das so sagen kann, erwachsen (eine Kindheit hatten ja beide nicht gehabt). Also welchen Grund hätte Gott haben können, ihnen sexuellen Kontakt zu verbieten? Da kann man nur noch an etwas denken, an das man gar nicht denken mag. Vielleicht war Gott eifersüchtig? Fähig dazu war der biblische Gott jedenfalls. Denn als er Adam und Eva aus dem Paradies weist, da begründet er die harte Strafe mit den Worten: "Siehe, Adam ist geworden wie unserereiner..." So spricht jemand, der einen Rivalen in die Schranken weisen möchte.

Ist das Rätsel damit gelöst? Nun, natürlich haben sich Adam und Eva geliebt, körperlich geliebt, sonst hätten sie ja kaum unsere Stammeltern werden können. Die Bibel gibt zu diesem Punkt auch eine klare Auskunft. Sie sagt nämlich (1. Mose, 4. Kapitel) : "Und Adam erkannte sein Weib Eva und sie ward schwanger, und gebar den Kain..." Doch rätselhaft ist schon wieder, daß Adam seine Gefährtin erst "erkannte", als der Engel mit dem Flammenschwert schon vor dem Eingang zum Paradies stand - nach der Vertreibung also. Wer nun freilich glaubt, damit sei ein Beleg geliefert für sexuelle Enthaltsamkeit im Paradies, muß sich etwas vorhalten lassen, was dazu wiederum nicht passen will: "Und Adam hieß sein Weib Eva, darum daß sie eine Mutter ist alles Lebendigen." Das hätte er, sexuelle Enthaltsamkeit während der Zeit in Paradies vorausgesetzt, noch gar nicht wissen können.

Damit noch nicht genug des Rätselhaften. Nach der Geburt ihres Sohnes Kain sagt Eva laut Schöpfungsbericht: "Ich habe einen Mann gewonnen mit dem HErrn." Mit dem Herrn (das große E nach dem großen H habe ich aus meiner Bibelausgabe übernommen) ist natürlich Gott gemeint. Derselbe Gott, der Adam eingeschärft hat, er dürfe nicht vom Baum der Erkenntnis essen. Derselbe Gott, vor dem sich Adam versteckte, als er es doch getan hatte und plötzlich erkannte, daß er nackt war. Derselbe Gott, der über Adam murrt, dieser sei "geworden wie unsereiner", weil er durch das Essen des Apfels über Gut und Böse aufgeklärt wurde. Derselbe Gott, der Adam und Eva aus dem Paradies vertrieben hat, damit (Adam) "nicht auch noch die Hand ausstrecke und vom Baum des Lebens esse und unsterblich werde..."

Nicht wahr, wir stehen vor einem Dilemma. Sobald man genau hinsieht und den Text kritisch liest, nehmen die Unstimmigkeiten kein Ende. Was sollen wir tun? Einerseits können wir den biblischen Schöpfungsbericht als Dichtung nehmen, die bloß den Wissensstand einer Zeit wiedergibt. Dann brauchen wir uns nicht mehr wie Detektive aufzuführen, sondern können einfach lesen und die unvergleichliche Sprachkraft des Erzählung auf uns wirken lassen. Etwa die Beschreibung von Adams Reaktion, als Gott ihm seine Gefährtin, gemacht aus einer seiner eigenen Rippen, zuführt: "Da sprach der Mensch: Das ist doch Bein von meinem Bein und Fleisch von meinem Fleisch; man wird sie Männin heißen, darum daß sie vom Manne genommen ist." Wie gesagt, wenig später nannte er sie dann Eva; der Name soll mit dem hebräischen Wort für Leben verwandt sein.

Also: Dichtung ohne realen Hintergrund - das könnte eine Erklärung sein. Andererseits dürfen wir aber den Autoren mit gutem Gewissen auch eine religiös-didaktische Absicht unterstellen. Sie fabulierten nicht einfach drauflos, sie stellten vielmehr das Wissen, die Überlieferung ihrer Religion dar, der jüdisch-mosaischen. Und sie wollten mit ihrem Bericht auf die Menschen wirken, in einem ganz bestimmten Sinn. Das gesamte Alte Testament zusammen hat ein klares Thema: die Königsherrschaft Gottes über seine Schöpfung, besonders aber über sein auserwähltes Volk. Zu diesem Grundgedanken gehört, daß der Mensch Gott Gehorsam schuldet, ihn aber immer wieder schuldig bleibt. Weil er sich solcherart versündigt, greift Gott strafend ein - durch die Vertreibung aus dem Paradies, durch die Sintflut, durch die babylonische Sprachverwirrung, um nur drei besonders drastische Beispiele zu nennen.

Das ist die traditionelle Lesart der Theologen. Jemand, der seit Jahrzehnten mit der Tiefenpsychologie umgeht, wie ich das tue, wird auch an eine massenpsychotherapeutische Wirkung denken. Die Gläubigen sollen sich in der biblischen Welt geborgen fühlen - sicherer jedenfalls als in der bloßen, nüchternen Realität. Sie sollen denken: Wenn uns etwas zustößt, dann nicht "einfach so", sondern weil wir selbst schuld sind. Mit anderen Worten: Wer einen Gott hat, der hat auch so etwas wie eine Versicherungspolice. Nichts und niemand kann mir einfach Schaden zufügen, wenn, dann bin ich selbst die Ursache, denn der strafende Gott reagiert ja bloß auf mein Verhalten. Das aber bedeutet, daß ich mich sicher fühlen und nachts ruhig schlafen kann. Denn ich brauche mich ja bloß an Gottes Gesetz zu halten, dann bin ich sicher.

Auf den Nutzen des Gottesglaubens für den Menschen werde ich später zurückkommen. Jetzt erst einmal zurück ins Paradies, in den "Garten Eden". Das Wort bedeutet übrigens "Ebene". Und die Autoren der Bibel werden ihre Vorstellung vom Paradies wohl der Wirklichkeit Mesopotamiens entnommen haben, des überaus fruchtbaren "Zweistromlands" zwischen Euphrat und Tigris im heutigen Irak. Die einstigen Bewohner Mesopotamiens, die Sumerer mit ihrer Hochkultur (aus ihrer Sprache stammt das Wort Eden ), verlegten den Garten Eden übrigens nach Südpersien; in ihrer Überlieferung gibt es eine ganz ähnliche Paradiesgeschichte wie in der jüdischen.

Wiederaufnahme der geistigen Detektivarbeit: Die Geschichte von Adam und Eva paßt, wie vorhin gezeigt wurde, gut zum Thema "Königsherrschaft Gottes". Doch ist überhaupt zu erwarten, daß sie tatsächlich altüberliefertes Wissen enthält, gar Aufschluß geben kann über die Anfänge der Menschheit?

Für eine solche Möglichkeit spricht immerhin, daß die biblischen Mythen keine Erfindung ihrer Autoren sind. Vor dreitausend Jahren, als das Alte Testament niedergeschrieben wurde, waren im Nahen Osten zahlreiche Geschichten im Umlauf, die denen in der Bibel entsprechen. Niemand weiß, wie alt diese mündlich überlieferten Berichte sind. Niemand weiß vor allem, wie viele Generationen lang sie schon erzählt wurden, bevor sie jemand aufschrieb. Ein großes Alter bedeutet ja, daß über Jahrhunderte immer wieder an den Texten gefeilt wurde, einfach deshalb, weil die Zuhörer auf sie reagierten, mal mit großem, mal mit geringerem Interesse, immer wieder wohl auch mit Vorschlägen, wie die Geschichte noch mehr angereichert werden könnte mit dem, was die Zuhörer mehr oder weniger bewußt erwarteten. So könnte ein "Konsenswissen" entstanden sein, das schon deshalb einen gewissen Wert hätte, weil es dagegen kaum noch Widerspruch gegeben haben dürfte, weil es am Ende keinem Zuhörer mehr "gegen den Strich" gegangen wäre - und weil auch aktuelle Entwicklungen berücksichtigt worden wären, Wellenschwankungen vergleichbar, die den Informationsgehalt anreichern, weil deutlich wird, was sich ändern kann und worauf nicht verzichtet werden darf. Es ist wie in der Evolution: die stärksten Teile einer Geschichte, die mit der größten Resonanz bei den Zuhörern, bleiben am längsten erhalten.

Spekulation, das. Keine Spekulation ist freilich der Schöpfungsmythos des noch immer rätselhaften Volkes der Maya, das im heutigen Mexiko lebte, auf der Halbinsel Yukatan. In diesem Mythos gibt es keinen Schöpfergott, sondern ein Schöpfergötterpaar, er heißt Tepeu (Gestalter), sie Gucumatz (Gestalterin). Ihre Welt ist - wie die der Bibel - anfangs wüst und leer. Das Götterpaar teilt zunächst die Wasser und läßt so die Erde entstehen. Bekannt aus der Bibel? Ja doch. Anschließend entstehen Pflanzen und Tiere, für die ganz verschiedene Umwelten geschaffen werden - Flüsse zum Beispiel für die Fische, Berge für die Ziegen. Schließlich werden die Menschen erschaffen. Warum? Weil die Tiere nicht sprechen können. Doch die Erschaffung des Menschen gelingt nicht gleich. Zuerst nehmen die Götter Schlamm und Lehm; das Wasser spült diese Gestalten einfach fort. Dann versuchen sie es mit Holz. Doch die hölzernen Menschen sind herzlos, können nicht auf andere Lebewesen eingehen, sondern quälen sie - bis diese zurückschlagen und die Menschen töten. Der dritte Versuch bringt Menschen aus Fleisch und Blut hervor. Sie erweisen sich als freundlich, dankbar und weise. Doch weil sie alle Rätsel lösen und alle Geheimnisse verstehen können, beginnen sie unter Traurigkeit und Niedergedrücktheit zu leiden. Da schaffen die Götter einen Nebel, der den Menschen nur noch Dinge in ihrer Nähe zu sehen erlaubt. Jetzt schwindet ihre Weisheit - und damit auch ihre Traurigkeit. Die Einzelheiten stammen übrigens aus einem Bericht über Schöpfungsmythen in der Zeitschrift "P.M.-Magazin", aus einem ihrer ersten Jahrgänge.

Was ergibt ein Vergleich der biblischen Schöpfungsgeschichte mit jener der Mayas? Viele Unterschiede, das steht fest. Doch würde man zwei Menschen aus zwei ganz verschiedenen Kulturen, die nichts voneinander wissen, über ihre Anfänge berichten lassen und würden sie dann diese Geschichten vortragen, könnten sich die Zuhörer kaum dem Eindruck entziehen: Die beiden reden irgendwie von der gleichen Sache. Allerdings würde man wohl weder dem einen noch dem anderen seine Geschichte wortwörtlich abkaufen. Man würde sagen, daß hier zwar Wahrheit steckt, daß sie aber erst noch vollständig ans Licht geholt werden muß.

Das freilich ist schwer durchführbar, denn wie soll man entscheiden, wessen Version mehr Gewicht hat! Nur eines ist sicher: Die Menschen, denen diese Geschichten zugesagt haben, konnten mit ihnen leben, wollten auch mit ihnen leben. Dieses Gefühl der Übereinstimmung kann aber nur dann aufgekommen sein, wenn die äußere Ordnung, die diese Geschichten in der Schöpfung schaffen, der inneren Ordnung entspricht, die ein Angehöriger des Mayavolks beziehungsweise ein Anhänger des jüdischen Glaubens in seinem Kopf, in seiner Brust, in seinem Bauch erlebt hat, als diese Überlieferungen aufgeschrieben worden sind.

Jetzt zu uns, die wahrscheinlich weder in der jüdischen Glaubenstradition leben noch eigene Erfahrungen mit der Kultur der Mayas haben. Gibt es für uns keinen Schlüssel, der zur Enträtselung der Paradiesgeschichte um Adam und Eva führt und zugleich die Mythe aus Mittelamerika etwas verständlicher macht?

Ich würde die Frage nicht stellen, wenn ich nicht einen solchen Schlüssel bereit hätte. Er besteht ganz einfach darin, die Schöpfungsgeschichte aus dem Buche Genesis wie einen Traum zu behandeln.

Fangen wir also an mit der Traumdeutung. Sie beginnt schon beim Schauplatz - dem Paradies. Einmal im Paradies leben, diesen Wunsch hat jeder. Doch Vorsicht: Platte, vordergründige Wunscherfüllung gibt es in unseren modernen Träumen nicht, hat es also auch damals nicht gegeben, denn so schnell ändert sich das menschliche Bewußtsein mit seiner tiefenseelischen Unterfütterung nicht. "Ich lebe im Paradies", das heißt zum Beispiel: Ich werde versorgt, ich bin selbst ganz passiv. Tun jedoch, tun darf ich nichts. Beweis: Während des gesamten Aufenthalts im Paradies tut Adam nichts - außer sich von Eva verführen zu lassen und sich anschließend vor Gott zu verstecken, als dieser ruft: "Adam, wo bist du?"

Man ist beinahe versucht, Adam nicht für einen Erwachsenen zu halten, sondern für ein Kind, ein Kleinkind gar. Kleine Kinder, wir wissen es, erobern die Welt, indem sie sie allmählich immer besser begreifen, indem sie Dingen Namen geben. Zitat: "Denn als Gott der Herr gemacht hatte von der Erde allerlei Tiere auf dem Felde und allerlei Vögel unter dem Himmel, da brachte er sie zu dem Menschen, daß er sähe, wie er sie nennte; denn wie der Mensch allerlei lebendige Tiere nennen würde, so sollten sie heißen." (1. Buch Mose, 2, 19)

Haben Sie die soeben zitierte Stelle gekannt? Vermutlich nicht. Fast niemand kennt sie, denn wir lesen ja nicht mehr in der Bibel, sondern sind auf das beschränkt, was wir, meist vor langen Jahren, im Religionsunterricht gehört haben. Und das ist nun mal die Geschichte von Adam und Eva. In Kurzfassung.

Ich will Sie, lieber Leser, nicht länger auf die Folter spannen. Darum beginne ich mit der Traumdeutung, und ich fange mit den Umständen an, unter denen Adam zu seiner Gefährtin kam. Hier der Wortlaut, nach der Bibelübersetzung von Martin Luther: "Da ließ Gott einen tiefen Schlaf fallen auf den Menschen, und er schlief ein. Und er nahm seiner Rippen eine, und er schloß die Stätte zu mit Fleisch. Und Gott der Herr baute ein Weib aus der Rippe, die er von dem Menschen nahm, und brachte sie zu ihm."

Wie geht man bei einer Traumdeutung vor? Man nimmt an, daß der Traum nach bestimmten Regeln verschlüsselt sein wird, und wendet diese Regeln entsprechend an. Träume sollen ja, nach Sigmund Freud, den Schlaf schützen, weshalb sie zum Beispiel eine besonders alarmierende unbewußte Vorstellung nur in abgeschwächter Form zum Bewußtsein vordringen lassen. In einer solchen Abschwächung besteht die Verschlüsselung.

Angenommen, Adam wäre ein heutiger Mensch und würde träumen, ihm sei eine Rippe aus dem Körper entfernt worden - was würde sein Psychoanalytiker davon halten? Er würde darin klipp und klar einen "Kastrationstraum" sehen. Nun hat eine Rippe nichts mit der sexuellen Potenz eines Menschen zu tun. Warum könnte dem Träumer gerade vorgespiegelt werden, daß er eine Rippe verliert? Nun, ganz einfach: Weil die Vorspiegelung einer tatsächlichen Kastration unerträglich wäre. Die Vorstellung, die eigene Männlichkeit zu verlieren, würde sofort zum Aufwachen führen, was ja durch den Traum gerade verhindert werden soll. Daher die Verwandlung des einen länglichen Dings, dessen Entfernung eine Art Tod bedeuten würde, nämlich die Unfähigkeit, das eigene Leben weiterzugeben, in eines von vielen länglichen Dingen, das man wahrscheinlich gut verschmerzen kann. Daher auch die Verwandlung des länglichen Dings, das man unten am Körper außen trägt, in ein längliches Ding, das innen im Körper oben sitzt. Botschaft der Zensurstelle an den Schläfer: "Du hast soeben dein Glied verloren, aber schlafe ruhig weiter, es macht gar nichts, was das geschehen ist." Denn: Der befürchtete Angriff ist erfolgt, aber seine Wirkung ist keineswegs bedrohlich.

Das ist der entscheidende Sachverhalt. Adam hat, wenn ich die Geschichte von der Erschaffung Evas richtig deute, nicht seine Rippe verloren, sondern sein Glied. Und er hat dafür eine Gefährtin bekommen, von der die Bibel sagt: "Sie werden sein ein Fleisch."

Ein Fleisch. Was für eine Aussage. Jeder Mensch, der das liest, wird es sofort mit einer Vorstellung verbinden. Männer haben vielleicht zuerst die körperliche Vereinigung mit ihrer Partnerin im Sinn, die ja so schrankenlos sein kann, daß Ich und Du verschwimmen, wenn nicht gar vorübergehend verschwinden. Frauen werden wohl auch an solche Augenblicke denken; noch wichtiger ist ihnen wahrscheinlich die Folge, die von der Natur vorgesehen ist, das Kind. Es ist ja wirklich "ein Fleisch", entstanden aus Geschlechtspartner und Geschlechtspartnerin. Beide Vorstellungen sind bei beiden Geschlechtern vorhanden; die Wichtigkeit mag sich in der beschriebenen Weise unterscheiden.

Doch es gibt noch eine dritte Bedeutung der biblischen Voraussage - soll man von einer Verheißung sprechen? Diese dritte Bedeutung ist vor allem jenen geläufig, die tiefenpsychologische Erfahrungen haben. Die Verheißung verspricht dem Adam, daß er und seine Partnerin, die aus seinem Glied entstanden ist, irgendwie, daß er und diese Partnerin untrennbar sein werden. Das ist die eigentliche Wunscherfüllung, und Träume sind dazu da, Wünsche zu erfüllen beziehungsweise schlimmste Befürchtungen nicht wahr werden zu lassen.

Um was es geht, wurde ja schon erwähnt. Es geht um die Furcht vor Kastration, vor Verlust des eigenen Gliedes, der Männlichkeit. Was Adam in Wirklichkeit versprochen wird, ist: Es wird nie geschehen, du wirst dein Glied für immer behalten, ganz gleich, welche schrecklichen Ängste dich quälen mögen, während du schläfst und dich nicht ablenken kannst.

Wer kastriert in den Träumen heutiger Menschen wen? Es ist zumeist ein übermächtiger und überstrenger Vater. Sigmund Freud hat in seinem Buch "Totem und Tabu" (1912) die Vermutung wiedergegeben (nicht selbst gewagt), die frühen Menschen hätten in einer Urhorde gelebt, in der die stärksten Männer oder vielmehr Männchen alle Frauen für sich beansprucht hätten. Doch da sich in der konkreten, durch Anthropologen, Ethologen und Zoologen erfaßten Wirklichkeit keinerlei Anzeichen für eine Horde mit solcher Struktur finden ließen, ist diese Begründung der menschlichen Kastrationsangst (die es unbestreitbar gibt) heute nicht mehr in Mode.

Ich habe in meinem Buch "Wir Einzelmenschen" eine völlig anderes Fundament gelegt. Ich habe darauf hingewiesen, daß durch die Bipedalität (die Zweibeinigkeit also) die Sexualtopographie vollkommen verändert wurde. Das habe bei den weiblichen Individuen dazu geführt, daß ihre primären Geschlechtsmerkmale zwischen den Beinen versteckt wurden, wie es noch heute ist, während die männlichen Noch-Tiere plötzlich ihre eigene Männlichkeit ständig im Blickfeld hatten - exponiert auch den Blicken anderer und immer, wenn sich diese Primaten verteidigen mußten, in größter Gefahr.

Ausführlicher muß ich hier nicht werden. Entscheidend ist für die Gültigkeit dieser These, daß

  1. die Kastrationsangst rein im Inneren des Primaten-der-zum-Menschen-werden-sollte entstanden ist, unabhängig von tatsächlichen Angriffen oder Drohungen, und daß sie
  2. im Zusammenhang mit der Aufrichtung auf zwei Beine und nur bei unseren frühesten männlichen Vorfahren entstanden ist, nicht auch bei den weiblichen.
Zu Punkt 1: Ich habe in "Wir Einzelmenschen" postuliert, daß es bei Tieren einen Arterhaltungstrieb gibt, der Männchen dazu anhält, erstens das eigene Leben zu verteidigen, da ja ein toter Mähnenlöwe oder Silberrückengorilla seine Gene nicht mehr weitergeben kann, und zweitens seinen Genitalbereich zu schützen, denn ohne Genitale ist eine Fortpflanzung ebenfalls nicht möglich. Diese doppelte Programmierung habe gut funktioniert, solange das Tier eben nicht auf zwei Beinen ging, nicht regelmäßig jedenfalls. Denn bei männlichen Vierbeinern ist der Genitalbereich von selbst gut geschützt, da sie ja stets den Kopf mit den Zähnen, dem Geweih oder anderen Waffen dem Angreifer zuwenden. Nun aber, durch die Bipedalität, sei es zu einem inneren Konflikt gekommen: Soll ich mein Leben retten oder mein Glied? Dieser innere Konflikt habe die Männchen vollkommen gelähmt; sie seien zu jedem Tun unfähig geworden - außer zu dem einen, ganz besonderen, ganz besonders wichtigen Tun, nämlich sich fortzupflanzen, auch dies jedoch in einer völlig passiven Weise, lediglich auf Stimulation von außen hin. Zu Punkt 2: Durch die verschiedene Wirkung der Bipedalität auf die Männchen und auf die Weibchen (diese wurden im gleichen Maß, in dem die Männchen sich in die Passivität zurückzogen, immer aktiver) sei die besondere menschliche Sexualität entstanden, vor allem die intensive Partnerbindung, die wir Liebe nennen.

Sie überwindet bekanntlich alles - ein römisches Sprichwort, "omnia vincit amor" sagt es uns. Gemeint ist dabei durchaus die sexuelle Liebe - aber eben die sexuelle LIEBE, nicht die Sexualität allein. Was ist die sexuelle Liebe? Es ist ein Antrieb, der seine Übermächtigkeit aus meiner Sicht der Tatsache verdankt, daß er aus der Verschmelzung zweier selbst schon sehr, sehr starker Antriebe entstanden ist - des Brutpflege- und des Paarungstriebs.

So steht es schon in "Wir Einzelmenschen". Für unseren jetzigen Zusammenhang - wir wollen ja die Geschichte von Adam und Eva im Paradies besser verstehen - ergibt sich daraus, daß Eva den Adam an Kindes Statt annimmt, während er zugleich ihr Sexualpartner ist. Daher haben die beiden im Paradies noch keine Kinder, sondern erst nach der Vertreibung. Das Paradies ist ein "Sonderfall". Im Paradies erlebt Adam etwas, was es bisher in der Schöpfung noch nicht gegeben hat: Er wird grenzenlos verwöhnt, und er muß es auch werden, denn er selbst ist schwer behindert, innerlich behindert, psychisch behindert. Er trägt ja an der Bürde des aufrechten Ganges, an dem Konflikt zwischen Selbst- und Gliederhaltung. Deshalb darf es im Garten Eden nichts Normales geben, zum Beispiel keinen Löwen, der eine Gazelle reißt. Nein, friedlich müssen sie nebeneinander liegen. Auch die Tiere sind also ganz passiv, tun nichts, leben nicht. So jedenfalls haben es uns die Bilder vom Paradies gezeigt, die wir als Kinder zu sehen bekamen, und so wurde uns das Paradies auch geschildert, etwa im Religionsunterricht. Adam soll keine andere Schuld tragen als die gegenüber Gott, gegenüber dem Schöpfer. Er war ungehorsam, deshalb wurde er vertrieben.

Als ich mein erstes Buch schrieb und dafür die Begriffe "Kindmann" und "Mutterfrau" prägte, konnt ich noch nicht wissen, wie schnell sich die in unserer Gesellschaft gültigen Vorstellungen von Mann und Frau ändern würden. Inzwischen - ich spreche von der Zeit zwischen 1973 und 1996 - ist der "harte Mann" vollständig in den Hintergrund getreten, der "Schlaffi" ist aktuell, der Mann also, der am liebsten nichts tut, der sich am liebsten von seiner tüchtigen Frau verwöhnen läßt. Übrigens ist das nicht nur in Westeuropa so. Unvergeßlich wird mir ein Fernsehbericht aus Kairo bleiben, gesendet im Spätherbst 1995, in dem die erste dort aktive Taxifahrerin vorgestellt wurde. Sie ist verheiratet, sie ist ihrem Mann treu. Er sitzt zuhause und fragt seine Gefährtin mürrisch nach dem Essen, wenn sie am Ende ihres Arbeitstages nach Hause kommt. Die Kinder muß natürlich auch noch sie versorgen.

Das belegt für mich, wie wirklichkeitsnah mein erstes Buch war, auch wenn sich das dem Leser nicht auf den ersten Blick erschloß. Noch wirklichkeitsnäher ist natürlich dieses zweite, denn es befaßt sich ja mit den Ursprüngen und Wandlungen unserer religiösen Vorstellungen und Überlieferungen, und es ist unbestreitbar, daß sich diese in unserer Zeit so stark verändern wie noch in keinem vergleichbaren Zeitraum zuvor.

Diese Veränderungen erlebt ja jeder mit. Eine andere Veränderung, die wichtig ist, hat sich schon vor rund dreitausend Jahren ereignet. Es ist der Übergang von den Naturreligionen zu den Hochreligionen. Die erste der drei heute als Hochreligionen bezeichneten Glaubensrichtungen ist die jüdische gewesen. Ihr verdanken wir auch die Geschichte vom Paradies, (die freilich mesopotamische Vorbilder hatte). Deshalb muß schon in dieser Geschichte eine Information enthalten sein über die eigentliche Veränderung, den "inneren Unterschied" zwischen etwa den kanaanitischen Glaubensvorstellungen und jenen der Eroberer, die irgendwann im zweiten vorchristlichen Jahrtausend in ihr "Gelobtes Land" eingedrungen sind.

Diese Information ist natürlich im Paradiesbericht enthalten, sie drängt sich einem sogar auf, wenn man nicht mit Vorinformationen überlastet ist, die einen in die falsche Richtung drängen. Natürlich - solange man den Gott des Paradieses für den Gott hält, den die Christen anbeten und von dem die großen jüdischen Propheten sprachen - Isaias, Jeremias, Ezechiel, Daniel - , solange wird man nicht fündig werden. Aber der Gottesbegriff entwickelt sich ständig weiter. Und der Gott, der in sechs Tagen die Erde erschafft und sich anschließend mit Adam im Paradies herumstreitet, das ist nicht der schon fertige Gott der späteren Zeit, das ist der Gott des Übergangs. Des Übergangs von der Naturreligion zur Hochreligion. Was hat der Schöpfer Himmels und der Erde denn einen Garten zu pflanzen "in Eden gegen Morgen" und Adam da hineinzusetzen? Der Gott, von dem alles stammt, zum Beispiel auch, wie wir heute wissen, die Raumzeit, zum ersten Mal erst vor neunzig Jahren verständlich gemacht durch Albert Einsteins Relativitätstheorie? Der Gott, der eine Welt schuf, deren innerste Prinzipien, eben die Naturgesetze, schon im Vakuum enthalten sind, im leersten vorstellbaren Raum? Dieser Gott nun pflanzt einen Garten, damit er den Menschen formen kann aus einem Erdenkloß, denn Adam braucht ja, sobald ihm sein Schöpfer den Odem eingeblasen und ihn so lebendig gemacht hat, eine Grundversorgung mit Nahrungsmitteln.

Natürlich, lieber Leser, haben auch Sie recht, wenn Sie sagen: Besser wußten es die Autoren des Alten Testaments eben nicht. Sie hatten noch keine Ahnung von Evolution, konnten sich die Entwicklung höheren Lebens aus einfacheren Formen nicht vorstellen, mußten deshalb Gott jede Art extra erschaffen lassen. Richtig, alles zugegeben. Aber gerade weil das so ist, konnten sie auch noch nicht dieselbe Gottesvorstellung haben ,wie sie später möglich wurde, entsprechend der zivilisatorischen Weiterentwicklung des Menschen. Das ist ja gerade mein Anliegen: Über Gott können wir Menschen nichts wissen - ich persönlich glaube (weiß aber nicht), daß es eine solche höchste Instanz gibt. Die Gottesbilder vergangener Zeiten geben aber umgekehrt Auskunft über den Entwicklungsstand der damals lebenden Menschen. Die Schöpfer dieser Gottesbilder rangen mit einem fälligen "Paradigmenwechsel", wie wir es heute, unter ähnlichem Druck, nennen würden. Dieser Wechsel sollte die Gottheit von der Natur trennen. Denn, was man sich heute ungern klarmacht, Naturgötter sind strenge, oft grausame Herren, und vor allem unberechenbare. Sie gebieten ja über das launische Wetter, die todbringende Dürre, von den furchterregenden Geschwistern Blitz und Donner ganz zu schweigen. Der Mensch aber, der sich vom Nomaden zum seßhaften Bauern weiterentwickelt hatte, lernte nun Vorräte anzulegen und sich so von den Naturgöttern zu emanzipieren. (Siehe dazu die Geschichte vom ägyptischen Joseph, der nach der Bibel den Pharao dazu bringt, in den sieben fetten Jahren Vorräte für die sieben mageren Jahre anzulegen). Der Mensch brauchte die Naturgötter nicht mehr, suchte nach einer neuen Leitfigur und fand sie - in sich selbst.

"Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei, die da herrschen über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über das Vieh und über die ganze Erde und über alles Gewürm, das auf Erden kriecht." So spricht der Schöpfergott im 1. Kapitel, Vers 20 des Buches Genesis.

Die Bibelstelle muß so genau bezeichnet werden, weil die Bibel ja nicht bloß einen Schöpfungsbericht enthält, sondern zwei. Der erste ist übrigens später geschrieben worden als der zweite - darin sind sich die zuständigen Wissenschaftler heute einig. Der erste ist jener, in dem Gott an fünf Tagen die vollständige Welt mit Himmel und Erde, Tag und Nacht, Land und Meer, Sonne und Mond, Pflanzen und Tieren - und am sechsten Tag als Krönung die Menschen erschafft.

Wie gesagt, dieser Bericht ist nach dem zweiten geschrieben., steht aber in der Bibel vor ihm, nimmt das erste Kapitel des Buches Genesis ein und vom zweiten die ersten drei Verse. Dann plötzlich, im zweiten Kapitel, vierter Vers, wird die Erschaffung des Menschen noch einmal erzählt. Diesmal ist der Ablauf ein völlig anderer. Die Erde ist nämlich noch nicht vollständig, die Menschen-Umwelt noch nicht bewohnbar, gewissermaßen. Deshalb pflanzt Gott "in Eden gegen Morgen" einen Garten. Darin wachsen Bäume,"lustig anzusehen und gut zu essen und den Baum des Lebens mitten im Garten und den Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen". Noch gewichtiger ist ein zweiter Unterschied. Zunächst wird nämlich nur Adam erschaffen, aus einem Erdenkloß, dem Gott seinen Atem einhaucht. Keine Rede von "Mann und Weib erschuf er sie", wie es in dem Oratorium "Die Schöpfung" von Joseph Haydn so schön rezitiert wird, oder, im nüchterneren Deutsch heutiger Fassungen der Luther-Bibel, "und schuf sie einen Mann und ein Weib" (Kapitel 1, Vers 27).

Wozu dieser doppelte Anlauf? Es ist ja ganz offensichtlich, daß hier zwei ganz verschiedene Geschichten erzählt werden. Die eine ist ein Aufruf zum Leben, zur Freude, zum Optimismus und zur Herrschaft: "Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde und machet sie euch untertan" (Kapitel 1, Vers 28). Die zweite dagegen ist eine Geschichte von Schuld und Strafe. Wobei aber nicht recht einzusehen ist, worin denn die Schuld genaugenommen besteht. Der Gott, der das Verbot ausspricht - handelt er nicht im Grunde genommen willkürlich?

Das ist die rechte Frage, um dieses schon sehr lang gewordene dritte Kapitel abzuschließen und ein bißchen Spannung auf das nächste zu erzeugen.